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27.04.2018

130 Jahre Samariter für die Zivilgesellschaft

ASB-Präsident Franz Müntefering, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, ASB-Bundessvorsitzender Knut Fleckenstein und ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch auf dem Parlamentarischen Abend in Berlin (v.l.n.r.) Bild: hannibal

Erster Höhepunkt im Jubiläumsjahr - der Parlamentarische Abend des ASB

„130 Jahre Samariter für die Zivilgesellschaft“ hieß das Motto der Veranstaltung mitten in Berlin, zu dem die Samariter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Festredner begrüßen durften.

Am Abend des 18. April war es so weit: Start der ASB-Jubiläumsfeier im Berliner E-Werk. Die zentral gelegene Location mit Industriecharakter war wie geschaffen für den Parlamentarischen Abend des ASB, zu dem rund 350 Gäste aus Politik, Medien, Gesellschaft, Wirtschaft und Unterhaltung gekommen waren. Eine besondere Freude war es, dass auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem Arbeiter-Samariter-Bund die Ehre erwies. Seine Rede war der Höhepunkt des Abends.

Kenntnisreich ließ Steinmeier in seiner Festrede die letzten 130 Jahre des ASB Revue passieren: von der Gründung durch die inzwischen legendären sechs Berliner Zimmerleute im Jahre 1888 bis zur Entstehung der ersten Kolonnen. Und vom Neuanfang nach dem Verbot im Nationalsozialismus bis zum erfolgreichen Aufstieg zu einer der größten Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen mit inzwischen mehr als 1,3 Millionen Mitgliedern.

„Bleiben Sie so, wie Sie waren“

Der Bundespräsident fasste es so zusammen: „Der Arbeiter-Samariter-Bund hat sich in seiner Geschichte immer wieder neu erfunden, ohne seinen Prinzipien untreu zu werden. Er steht heute wie vor 130 Jahren für Menschlichkeit und ein gutes Miteinander.“ Davon konnte sich Frank-Walter Steinmeier Ende letzten Jahres auch persönlich überzeugen, als er die ASB-Klinik in Gambia besuchte. Er ergänzte: „Gerade in einer Zeit, in der der Ton in unserer Gesellschaft rauer wird und mancherorts Risse entstehen, brauchen wir mehr von dieser Haltung… Bleiben Sie also, wie Sie waren und wie Sie sind. Behalten Sie Ihr Ohr am Puls der Zeit, bewahren Sie sich Ihre Kraft und Ihre Energie, stecken Sie andere an mit Ihrer Leidenschaft!“

Was menschliche Tatkraft bewirken kann

Weiteres Highlight des Abends war eine historische Ausstellung, die mit zahlreichen Exponaten die Entwicklung des ASB von 1888 bis heute nachzeichnete. Die prominenten Gäste, zu denen neben ASB-Präsident Franz Müntefering und dem Bundesvorsitzenden Knut Fleckenstein MdEP auch Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, Dr. Carsten Oder, Mercedes-Benz Deutschland und der Sänger Roland Kaiser gehörten, waren bei ihrem Rundgang sichtlich beeindruckt.

Nicht weniger Aufmerksamkeit galt dem ASB-Wünschewagen, dessen mobile Wunscherfüller inzwischen durch die gesamte Republik rollen. „Es ist dieser Samaritergeist, diese besondere Kultur der Solidarität und der selbstlosen Hilfe, die Ihren Verband auszeichnet und erfolgreich macht“, sagte Frank-Walter Steinmeier zum Abschied. „Sie alle, hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter, zeigen tagtäglich, was menschliche Tatkraft bewirken kann. Ich danke Ihnen von Herzen für Ihr Engagement!“

Bedingungen für Pflegekräfte verbessern

Auch ASB-Bundesvorsitzender Knut Fleckenstein wies in seiner Begrüßungsrede darauf hin, dass ohne Freiwillige vieles nicht möglich wäre – genauso wie ohne die motivierten Hauptamtlichen, deren Arbeitsbedingungen auch nicht immer die besten seien. Den Fachkräftemangel insbesondere in der Pflege spüre man auch im ASB. Deshalb forderte Fleckenstein, dass Politik und Gesellschaft noch mehr tun müssen, damit junge Menschen wieder Lust haben, einen Pflegeberuf zu erlernen und auszuüben. „Dazu gehören auch eine angemessene Bezahlung und eine breitere gesellschaftliche Anerkennung für diesen Beruf“, sagte Fleckenstein und machte deutlich, dass sich der ASB dafür bei den Sozialpolitikern einsetzen werde.

Helfen, wo Hilfe benötigt wird

Auf das Prinzip des ASB  „Wir helfen hier und jetzt“ ging Samariter-Präsident Franz Müntefering in seiner Ansprache ein. „Egal ob Hundestaffeln weltweit nach verschütteten Menschen suchen oder mit dem Wünschewagen schwerkranken Menschen ein letzter Herzenswunsch erfüllt wird – die Samariter helfen da, wo Hilfe benötigt wird. Dabei steht immer der Mensch im Mittelpunkt, jeder einzelne Mensch zählt und jeder, der Hilfe benötigt, bekommt sie.“ Das zeichne den ASB aus und mache ihn zu einer Organisation, die sich im Laufe der vergangenen 130 Jahre den immer verändernden sozialen Aufgaben gestellt habe.