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13.10.2016

SAM.I. fordert europäische Standards bei Erste-Hilfe-Ausbildung

Knut Fleckenstein übergab eine Empfehlung zur EU-weiten Anerkennung von Erste-Hilfe-Nachweisen an den Präsidenten des EU-Parlaments, Martin Schulz

Im EU-Parlament übergab Knut Fleckenstein (Mitte links) mit Vertretern von SAMARITAN INTERNATIONAL eine Empfehlung zur EU-weiten Anerkennung von Erste-Hilfe-Nachweisen an Martin Schulz, den Präsidenten des EU-Parlements - Foto - ASB / Paul Wardenga

Nationale Erste-Hilfe-Nachweise werden nicht EU-weit anerkannt. Das soll sich ändern, fordert das internationale Netzwerk von Samariter-Organisationen, SAM.I., dem auch der ASB angehört. Vertreter von SAM.I. übergaben dazu in Brüssel gestern eine Empfehlung an Martin Schulz, den Präsidenten des EU-Parlamentes.

Köln/Brüssel, 13. Oktober 2016 – Wer in Deutschland einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert hat, muss damit rechnen, dass sein Erste-Hilfe-Nachweis in einem anderen EU-Staat nicht anerkannt wird. Denn in der Europäischen Union fehlen verbindliche Standards in der Erste-Hilfe-Ausbildung. „EU-Standards sind aber die Voraussetzung für eine gegenseitige Anerkennung von Erste-Hilfe-Zertifikaten", sagte Knut Fleckenstein MdEP, Präsident von SAMARITAN INTERNATIONAL (SAM.I.) und ASB-Bundesvorsitzender, gestern Abend in Brüssel.

Im Europäischen Parlament übergaben Knut Fleckenstein und Ivo Bonamico, Generalsekretär von SAM.I. und Direktor des Weißen Kreuzes Südtirol, das 20-seitige Empfehlungspapier „Single European First Aid" an Martin Schulz, den Präsidenten des EU-Parlaments. Darin fordert das internationale Netzwerk von Samariter-Verbänden, nach dem Vorbild des Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) Lernergebnisse in der Erste-Hilfe-Ausbildung gesetzlich festzulegen, um eine grenzüberschreitende Anerkennung der Zertifikate zu ermöglichen. „In Europa wird Erste Hilfe unterschiedlich gelehrt. Daran wollen wir auch nicht rütteln. Wir fordern aber, dass die Erste-Hilfe-Nachweise die Lernergebnisse dokumentieren. Nur so können die Abschlüsse in Europa vergleichbar gemacht werden", erklärte Knut Fleckenstein. Eine EU-weite Anerkennung der Zertifikate sei ein wichtiger Reiz, damit mehr Menschen Erste Hilfe lernen und anwenden können.

Die Definition der Lernergebnisse in der Erste-Hilfe-Ausbildung soll, nach Vorschlag von SAM.I., die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz (EU-OSHA) auf der Grundlage der Leitlinien zur Wiederbelebung des Europäischen Wiederbelebungsrates (ERC) übernehmen.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz begrüßte ausdrücklich die Initiative von SAM.I. und betonte: „Der Ersten Hilfe wird nicht genug Bedeutung in unserer Gesellschaft beigemessen. Dabei ist die Erste Hilfe ein essentielles Thema für uns alle. Es geht dabei auch um das Prinzip von Solidarität."

Um EU-Abgeordnete und ihre Mitarbeiter für die Bedeutung von Erster Hilfe zu sensibilisieren, haben Erste-Hilfe-Ausbilder aus den SAM.I.-Mitgliedsstaaten Italien (Südtirol), Österreich, Rumänien und Deutschland gestern in Brüssel rund 30 EU-Abgeordnete und ihre Mitarbeiter in Erster Hilfe geschult.