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24.08.2016

Erste-Hilfe-Wettbewerb vor mittelalterlicher Kulisse

Ein Team der slowakischen Ersthelfer versorgt einen Ritter, der bei einem Schwertkampf verletzt wurde

Vor der mittelalterlichen Kulisse der „Burg Ľubovňa zeigten die Jugendlichen ihr Können in Erster Hilfe. Sie mussten unter anderem Ritter nach einem Schwertkampf versorgen. Hier: das Team der slowakischen Ersthelfer zwischen 12- bis 15-Jahren - Foto - ASB/Paul Wardenga

Für Nachwuchssamariter der Arbeiter-Samariter-Jugenden (ASJ) Offenbach und Kreis Plön brachte das vergangene Wochenende ein ganz besonderes Erlebnis: Als Sieger des ASJ-Bundesjugendwettbewerbs durften sie vom 18. bis 21. August 2016 zum sechsten SAMARITAN Contest fahren. Er wurde in diesem Jahr vom polnischen und slowakischen Samariterverband gemeinsam veranstaltet.

An den Austragungsorten des 6. SAMARITAN Contest in Krakau (Polen) und Stará Ľubovňa (Slowakei) trafen sie auf mehr als 80 Jugendliche aus zehn verschiedenen Ländern. "Beim SAMARITAN Contest kommen junge Menschen aus ganz Europa zusammen, um ihre Fähigkeiten in Erster Hilfe zu messen. Es geht aber nicht nur darum, wer welchen Platz erreicht, sondern vielmehr um das gegenseitige Kennenlernen und den Austausch in unserem internationalen Netzwerk", erläuterte der Generalsekretär von SAMARITAN INTERNATIONAL (SAM.I), Ivo Bonamico, die Hintergründe zu dem alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerb.

Neben praktischen Aufgaben mussten die Jungsamariter auch ihre theoretischen Kenntnisse in Erster Hilfe unter Beweis stellen. Am besten schnitt in der Altersklasse der 12- bis 15-Jährigen das Team aus Rumänien ab. Es nahm in diesem Jahr zum ersten Mal am Wettbewerb teil. Den zweiten Platz belegte das Weisse Kreuz (Südtirol/Italien) und und den dritten Platz LSA (Lettland). In der Gruppe der 16- bis 27-Jährigen erzielten die Letten von LSA den ersten Platz und ASSR (Slowakei) den zweiten Platz. Dritter wurde die Arbeiter-Samariter-Jugend Kreis Plön (Deutschland).

Besondere Momente für die jugendlichen Teilnehmer

Für die deutschen Teilnehmer hat sich die Reise nicht nur wegen des dritten Platzes gelohnt: "Es war sehr toll, mit den Gruppen aus den anderen Ländern in Kontakt zu kommen", erzählte Sinje Spitz von der ASJ Kreis Plön. Außerdem war es spannend, nicht einfach auf Deutsch kommunizieren zu können. Man war darauf angewiesen, auf Englisch mit den ganzen verschiedenen Akzenten klarzukommen. Vor allem während der Fallbeispiele war das eine Herausforderung."

Die Unfallsituationen, die es für die Jugendlichen zu meistern galt, waren dabei nicht ganz gewöhnlich. Da der Wettbewerb auf der Burg Ľubovňa in der slowakischen Stadt Stará Ľubovňa stattfand, waren auch die Erste-Hilfe-Situationen an ein mittelalterliches Szenario angepasst: So galt es etwa, bei Verletzungen durch einen Schwertkampf, bei Unterkühlung im Verlies oder bei einem Kutschenunfall schnelle medizinische Hilfe zu leisten. "Wir wurden nicht erst an den jeweiligen Stationen eingewiesen, was passiert war. Schon auf dem Weg zur Station gellten uns Schreie entgegen, aufgeregte Passanten wiesen uns den Weg zu den Verletzten. Es war also unsere Aufgabe, von alleine die Lage schnell zu erfassen", schilderte Fabio Margano von der ASJ Offenbach die Besonderheiten des Wettbewerbs.

Bundesjugendleiter Simon Dagne weiß, wie wertvoll diese internationalen Erfahrungen für seine Schützlinge sind: "Der SAM.I.-Contest stellt meist den Höhepunkt des Engagements in der Arbeiter-Samariter-Jugend dar. In erster Linie haben die Jugendlichen jedoch Spaß daran, andere Länder zu entdecken und neue Freundschaften zu schließen", sagte er nach dem Wettbewerb.

SAMARITAN INTERNATIONAL

SAMARITAN INTERNATIONAL ist ein internationales Netzwerk von Samariter-Organisationen, das vom ASB mitgegründet wurde. Das Netzwerk ist regierungsunabhängig und konfessionell neutral. Mittlerweile sind 17 Samariter-Organisationen aus 16 Ländern Mitglied im Bündnis. Auch die Jugendförderungen in den Mitgliedsorganisationen ist ein gemeinsames Ziel des Netzwerks.