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19.08.2016

Training für philippinische Hilfsorganisationen

Welttag der Humanitären Hilfe 2016
Um bei Naturkatastrophen selber wirksame Hilfe leisten zu können, nahmen einige Mitarbeiter von philippinischen Hilfsorganisationen an einem dreitägigen Training des ASB teil.

Das dreitägige Training war für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der philippinischen Organisationen sehr intensiv. In Zukunft können sie selbst schneller und besser helfen, wenn eine Naturkatastrophe droht - Foto - ASB Indonesien und Philippinen

An drei erfolgreichen Tagen schulte der ASB in Manila philippinische Hilfsorganisationen von und für Menschen mit Behinderung in Techniken der Humanitären Hilfe. So können die Organisationen in Zukunft bei kleineren oder mittleren Katastrophen selbst schnelle Hilfe leisten.

Ziel der Maßnahme ist es, die philippinischen Partnerorganisationen so auszubilden, dass sie in Zukunft bei Naturkatastrophen schnell und gut selbst Hilfe leisten können. Vor allem in Fällen, in denen die Regierung kein internationales Hilfeersuchen stellt und die einheimischen Organisationen die Hilfe selbstständig organisieren, koordinieren und leisten.

Im Mittelpunkt des interaktiven Trainingskurses standen sowohl Informationen über das System der internationalen Humanitären Hilfe und seine Mechanismen als auch praktische Übungen für den Katastrophenfall.

Aktive Teilnahme von Menschen mit Behinderung

Das Besondere an der Schulung durch den ASB waren die Teilnehmer: Der ASB unterstützt auf den Philippinen insbesondere Hilfsorganisationen und Selbsthilfeorganisationen für Menschen mit Behinderung. Das Training wurde daher auch barrierefrei angeboten, so dass zum Beispiel Menschen mit einer Einschränkung des Hörvermögens, Rollstuhlfahrer und sogar ein Teilnehmer mit einer Querschnittslähmung samt seinem Betreuer aktiv an der gesamten Schulung teilnehmen konnten.

Bing Baquir, einer der Teilnehmer, berichtet: „Ich habe eine Menge über Humanitäre Hilfe gelernt. Vor allem weiß ich jetzt, dass wir unsere Hilfe möglichst genau an den Bedürfnissen der Betroffenen ausrichten müssen, um gut zu arbeiten."

Vermittlung der Sphere-Standards

Leiter der Schulung war ASB-Projektkoordinator Axel Schmidt. Ihm ist es wichtig, die Partner auf den Philippinen so auszubilden, dass sie selbst zu Akteuren der Humanitären Hilfe werden können. „Wir richten unsere Hilfe an den Sphere-Standards aus, einer Initiative für Mindeststandards in der Humanitären Hilfe und zum  Qualitätsmanagement von Nichtregierungsorganisationen", erklärt der erfahrene ASB-Helfer. „Auch unsere Partner sollen diese Standards kennen und im Fall einer Katastrophe anwenden können."

Durch die aktive Beteiligung von Menschen mit Behinderung wird zudem sichergestellt, dass diese Menschen, die in Katastrophen besonders gefährdet sind, in wichtige Maßnahmen der Katastrophenvorsorge einbezogen werden und im Notfall ebenso schnell versorgt werden können wie die anderen Betroffenen.

Auch ASB-Mitarbeiter wurden geschult

In Vorbereitung des Welttages für Humanitäre Hilfe am 19. August 2016 bot Axel Schmidt zudem eine Fortbildung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASB in Indonesien an. In Yogyakarta standen der professionelle Umgang mit Katastrophen und die Bewahrung der Menschenwürde der Betroffenen im Mittelpunkt.

„Wir wollen so schnell und so gut wie möglich helfen und dabei den Menschen, die leiden respektvoll gegenübertreten" betonte Melina Margaretha, die Länderdirektorin des ASB in Indonesien und auf den Philippinen.