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26.07.2016

Hilfe für Betroffene des Amoklaufs von München

Nach schockierenden Erlebnissen helfen die Mitarbeiter des KIT München den betroffenen Personen bei der Bewältigung des Vorfalls

Mitarbeiter des KIT München betreut einen Jungen, der Schreckliches erlebt hat - Foto - KIT München

Das Krisen-Interventions-Team des ASB München (KIT München) ist seit Freitagabend im Dauereinsatz, um Angehörige der Toten, Verletzte und Augenzeugen des Amoklaufs am OEZ in München zu betreuen. Die Experten für den Umgang mit traumatisierenden Ereignissen haben darüber hinaus ein Merkblatt zusammengestellt, das Eltern dabei helfen soll, mit ihren Kinder über Terroranschläge zu sprechen.

Peter Zehentner, Leiter des KIT München, erklärt, was nach einem solch schockierenden Ereignis wichtig ist: „Wir raten dazu, mit Familienmitgliedern oder Freunden darüber zu sprechen, wie man die schwierigen Stunden vom vergangenen Freitag verarbeiten kann. Manchmal hilft es aber auch schon, einfach gemeinsam zu schweigen." Zudem sei es gerade für Familien mit verunsicherten Kindern wichtig, auch die Dinge zu kommunizieren, die mitten im Chaos gut gelaufen sind.

„Es gab Menschen, die sich ganz großartig verhalten haben und die gezeigt haben, was Mitmenschlichkeit und Solidarität bedeutet. Zum Beispiel diejenigen, die denen, die in der Stadt gestrandet waren, eine offene Tür geboten haben, oder die Verantwortlichen in einem Kaufhaus, die mit der Belegschaft bis nachts um 2 Uhr dageblieben sind, um sich um Menschen zu kümmern, die sich in ihr Geschäft geflüchtet hatten."

Peter Zehentner rät vor allem Eltern, diese positiven Seiten in Gesprächen mit Kindern hervorzuheben: „Machen Sie deutlich, dass und wie den betroffenen Menschen geholfen wird. Weisen Sie darauf hin, dass die Verletzten in Krankenhäusern und dort ‚in guten Händen' sind. Sprechen Sie darüber, wie Menschen sich gegenseitig trösten und für Unterstützung sorgen können."

Das KIT München hat ein Markblatt herausgegeben, das Eltern hilft, mit ihren Kindern über den Amoklauf zu sprechen. Hier können Sie es kostenlos herunterladen.

Das KIT München hat darüberhinaus eine Hotline für Betroffene eingerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krisen-Interventions-Teams, der Notfallseelsorge und der Katholischen Telefonseelsorge sind erreichbar unter folgender Telefonnummer: (089) 21 37 20 78.

Hintergrund:

Das Krisen-Interventions-Team des ASB München, kurz KIT München, besteht aus zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus unterschiedlichen Hilfsorganisationen und Institutionen, die unter dem Dach des KIT München Menschen nach bedrohlichen und belastenden Ereignissen betreuen.

Nach dem Amoklauf am Olympia-Einkaufs-Zentrum in München mit 10 Toten und 35 Verletzten ist das Krisen-Interventions-Team München KIT im Dauereinsatz. Seit Freitagabend betreuen die ehrenamtlichen Helfer verschiedener Organisationen, die im Krisen-Interventions-Team des ASB München zusammenarbeiten, Angehörige und Betroffene des Amoklaufs. Bis Montagmorgen waren bis zu 55 Helfer bei 250 Einsätzen vor Ort. Dr. Dominik Hinzmann, Leiter des Krisenstabs Psychosoziale Notfallversorgung in München und Vorstandsmitglied des ASB: „Nur durch die reibungslose Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen können wir so eine Ausnahmesituation meistern und für die betroffenen Menschen da sein."

Wie wichtig, die Arbeit der geschulten psychologischen Helferinnen und Helfer ist, zeigt sich im Moment auch an zahlreichen anderen Einsatzorten. So betreuen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des KIT auch Überlebende des Angriffs von Würzburg sowie Menschen, die das Attentat in Ansbach miterleben mussten.