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02.06.2016

Zehn Jahre ASB in Indonesien

Für alle vorgesorgt
Die Menschen in Indonesien freuen sich über die Hilfe durch den ASB

Seinen zehnten Geburtstag hat das Team vom Indonesien-Büro des ASB am 27. Mai 2016 gemeinsam mit Anwohnern kräftig gefeiert - Foto - ASB Indonesia and Philippines

Vor rund zehn Jahren, am 27. Mai 2006, erschütterte ein Erdbeben die indonesische Insel Java. Die Katastrophe war der Ausgangspunkt für das Engagement des ASB in Indonesien. Vor allem für Menschen mit Behinderung zeigt die Arbeit inzwischen große Wirkung.

Der ASB in Indonesien

Unmittelbar nach dem schweren Beben im Mai 2006 verteilten ASB-Teams Notfallpakete und stellten Notunterkünfte auf. Dort konnten die Betroffenen, von denen viele obdachlos geworden waren, einen ersten Unterschlupf finden. In den darauffolgenden Monaten unterstützte der ASB den Wiederaufbau von Schulen und Gesundheitszentren, um im Land allmählich wieder ein Alltagsleben zu etablieren. Mit einkommensschaffenden Maßnahmen sorgte er dafür, dass die Menschen sich wieder selbst versorgen und unabhängig von fremder Hilfe werden konnten. 2007 verabschiedete der ASB ein Partnerschaftsabkommen mit dem indonesischen Innenministerium, um seine Aktivitäten in Einklang mit den Bemühungen der Regierung umzusetzen.

Hilfe muss verständlich und umsetzbar sein

Von Anfang an lag ein Fokus der Arbeit auf der Katastrophenvorsorge. Wenn Menschen sich vorausschauend und effektiv auf eine Katastrophe vorbereiten, kann Schaden oft vermieden oder abgeschwächt werden. Eines wurde aber schnell deutlich: Diejenigen, die bei Katastrophen am meisten gefährdet sind, werden in der Katastrophenvorsorge häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Kinder, Ältere, Menschen mit Behinderung: Sie alle können Warnhinweise und wichtige Informationen oft nicht lesen oder diese nicht praktisch umsetzen. Diese Erkenntnis führte dazu, dass der ASB bei all seinen Programmen ein Augenmerk darauf richtet, die Maßnahmen inklusiv, also für alle zugänglich zu gestalten.

Inklusive Katastrophenvorsorge: Nicht nur in Indonesien, sondern weltweit

Mehr und mehr forderte der ASB ein Umdenken auch auf regionaler und internationaler Ebene, denn nicht nur in Indonesien, sondern überall auf der Welt wurden vor allem Menschen mit Behinderung nicht bedacht. Der ASB gründete daher das Netzwerk DiDRRN (Disability-Inclusive Disaster Risk Reduction Network), das sich für Inklusion in der Katastrophenvorsorge stark macht und in dem Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen Katastrophenvorsorge und Behinderung engagiert sind. Das DiDRRN war maßgeblich daran beteiligt, dass Menschen mit Behinderung im Sendai-Rahmenwerk, dem globalen Katastrophenvorsorgeplan für die Jahre 2015 bis 2030, berücksichtigt werden.

Der ASB und das DiDRRN sind in den vergangenen zehn Jahren zu Vorreitern der inklusiven Katastrophenvorsorge geworden. Ihre Arbeit entwickelt sich dabei stetig weiter – und sie zahlt sich aus: Als Anfang März 2016 die Erde in Indonesien erneut bebte, zeigte sich, dass die Katastrophenschutzübungen des ASB umgesetzt werden: Alle Evakuierungen verliefen reibungslos.