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25.05.2016

Kinderzentrum im Flüchtlingslager Domiz

Ausweitung der Hilfe im Nordirak
In dem Kinderzentrum in Domiz sorgt der ASB mit Spielen für Ablenkung der Kinder von der sie umgebenden Kriegssituation

Im Kinderzentrum können die Kinder gemeinsam spielen und vor allem wieder unbeschwert lachen. Der ASB setzt das Projekt gemeinsam mit den dänischen Samariter von Danish People's Aid um - Foto - Jan Kjaer Better-World.dk

Im Flüchtlingslager Domiz im Nordirak hat der ASB einen "child friendly space", ein Kinderzentrum eröffnet. Hier können die Kinder spielen, lernen und ihr Trauma der Flucht überwinden.

Der bewaffnete Konflikt in Syrien dauert mittlerweile mehr als fünf Jahre. Fast eine Million Kinder wurden aus ihrer Heimat vertrieben und leben in einem der Nachbarländer. Viele von ihnen haben im Nordirak Aufnahme gefunden und leben mit ihren Familien in einem der großen Flüchtlingslager.

Im Camp Domiz, in dem das FAST-Team des ASB im Winter 2012 medizinische Hilfe geleistet hat, leben mittlerweile rund 60.000 Menschen in Zelten und kleinen Hütten. Vor allem den Kindern macht das Leben im Camp schwer zu schaffen. Viele von ihnen haben bereits in Syrien oder unter dem Terror des IS schreckliche Dinge erlebt und gesehen, einige wurden auf der Flucht von ihren Familien getrennt oder haben keine Angehörigen mehr. Viele von ihnen konnten aufgrund der Kämpfe jahrelang nicht zur Schule gehen. Doch auch die Kinder in den Gemeinden rund um das Camp leiden unter der angespannten Situation und der immer schwieriger werdenden wirtschaftlichen Lage.

Der ASB hat daher im Flüchtlingslager Domiz zwei so genannte "child friendly spaces" gebaut. In diesen Kinderzentren werden die Kinder betreut. Hier können sie spielen und malen, miteinander singen und tanzen, auf dem Spielplatz toben oder Fußball spielen.

Kinderzentren werden stark frequentiert

Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten Programme für Kinder und Eltern an, die ihnen helfen, mit den schrecklichen Erlebnissen und psychischen Belastungen besser zurechtzukommen. In Frühförderkursen werden besonders betroffene Kinder in ihrer Entwicklung gefördert und die Eltern bei der Erziehung und Fürsorge unterstützt. In Mutter-Kind-Kursen und Krabbelgruppen können die Eltern sich untereinander austauschen und bekommen Rat von erfahrenen Pädagogen.

Außerdem hat der ASB eine Vorschulklasse sowie fünf Jugendclubs eingerichtet. In beiden Kinderzentren wurden zudem Leseräume mit einer kleinen Bibliothek ausgestattet. Doch nicht nur Flüchtlingskinder besuchen die Bibliotheken, auch Kinder aus der Nachbarschaft kommen zum Lesen. Einige Anwohner haben zusätzliche Bücher gespendet, so dass die Auswahl an Kinder- und Jugendliteratur sowie Sachbüchern stark angewachsen ist. Hunderte Kinder haben die Bücherei in ihr Herz geschlossen und kommen immer wieder.

Hilfe auch für die Eltern

Damit das Leben im Flüchtlingslager nicht nur für die Kinder leichter wird, bietet der ASB auch den Eltern Unterstützung an. Sie können Kurse besuchen, in denen sie erfahren, wie sie selbst besser mit traumatisierenden Erlebnissen zurechtkommen können und wie sie ihre Kinder in der schwierigen Situation gut unterstützen können.

Die besondere Lebenssituation der Familien stellt viele Eltern vor besondere Herausforderungen. Daher bietet der ASB auch Informationsveranstaltungen und Austauschrunden an, in denen Fragen rund um pubertierende Jugendliche, Kinder, die häufig krank werden oder Tipps für gemeinsame Aktivitäten thematisiert werden.

Verteilung von Kinderkleidung

Da die Mitarbeiter festgestellt haben, dass viele der Familien kein Geld mehr haben, um den Kindern im Wachstum passende Kleidung zu kaufen, hat der ASB über 700 Kinder mit Schuhen, Hosen, Pullovern und Strümpfen beschenkt. Damit die Kinder und Jugendlichen sich im kalten Winter nicht ständig erkälten, gehörten auch warme Winterjacken zum Hilfspaket.