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14.04.2016

Notfallsanitäter statt Rettungsassistent:

Erste Prüfungen an ASB-Schulen Bayern absolviert
Teilnehmer am Kurs zum Notfallsanitäter des ASB

Geprüfte Notfallsanitäter des ASB - Foto - ASB

Lauf an der Pegnitz, 13. April 2016.
Die ersten Notfallsanitäter des Arbeiter-Samariter-Bundes in Bayern
arbeiten an den Rettungswachen München, Nürnberg, Erlangen, Herzogenaurach, Gräfenberg, Neunkirchen am Brand und Schweinfurt. Sie alle haben an den ASB-Schulen Bayern in Lauf erfolgreich die Prüfung zum neu eingeführten Berufsbild des Notfallsanitäters abgeschlossen. Zuvor waren sie als Rettungsassistenten tätig. „Die neue Ausbildung zum Notfallsanitäter dauert im Vergleich zur Ausbildung zum Rettungsassistenten drei statt nur zwei Jahre“, sagt Matthias Grübel, Leiter der Laufer Bildungseinrichtung. „Die Ausbildung enthält praktische Anteile an einer Lehrrettungswache und im Krankenhaus.“

Die Absolventen in Lauf mussten vor einer Prüfungskommission unter Vorsitz von Dr. Catherine Schneider und Dr. Frank Neumann zeigen, dass sie Notfallsituationen richtig einschätzen und lebensrettende Maßnahmen ergreifen können. Bei der Ausbildung zum Notfallsanitäter erhalten Bereiche wie Patientenrechte, Kommunikation und Team-Ressource-Management einen großen Stellenwert. Zum Beispiel hat sich in Studien in Krankenhäusern gezeigt, dass in der Medizin schlechte Absprachen viel häufiger zu Fehlern führen als zum Beispiel fehlendes Fachwissen.


Da Notfallsanitäter zukünftig nach § 4 Abs. 2 Nummer 2c NotSanG (in Verbindung mit den Rettungsdienstgesetzen der jeweiligen Bundesländer) eigenständig heilkundliche Maßnahmen nach Vorgabe der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) durchführen sollen, haben die Notfallsanitäter trotz bestandener Prüfung auch zukünftig die moralische Pflicht und Verantwortung sich weiteren Prüfungen zu stellen.


Als erste heilkundliche Maßnahme soll laut dem ÄLRD-Landesbeauftragter Dr. Michael Bayeff-Filloff die periphere Venenpunktion vorgegeben werden. Hier haben vor kurzem die Mitarbeiter des Rettungsdienstes gezeigt, dass sie im Notfall ähnlich gute Fähigkeiten wie Narkoseärzte haben. Als weitere Maßnahme ist in naher Zukunft auch die Schmerztherapie zum Beispiel bei Unterarm- oder Unterschenkelbrüchen geplant. Die Experten versprechen sich von der Verlagerung der Tätigkeiten eine Entlastung der knappen und wertvollen „Ressource Notarzt“, um den Notarzt für lebensbedrohliche Erkrankungen und Verletzungen zur Verfügung zu haben.