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11.04.2016

Menschen mit Behinderung einbeziehen

Wie muss Katastrophenvorsorge aussehen, damit Menschen mit Behinderungen ohne Probleme teilhaben können? Die Teilnehmer des Workshops probierten das in praktischen Übungen aus – Foto - ASB Nepal

Richtiges und umsichtiges Verhalten kann bei einem Erdbeben oder einer Überschwemmung Leben retten. Oft sind aber Menschen mit Behinderung von solchen präventiven Schutzmaßnahmen ausgeschlossen. Das ASB-Länderbüro Indonesien und Philippinen ist Vorreiter im Feld der inklusiven Katastrophenvorsorge und setzt sich dafür ein, Menschen mit Behinderung aktiv in vorsorgende Maßnahmen einzubinden. Vom 30. März bis zum 4. April 2016 trainierte ein Experte des ASB Indonesien und Philippinen in Kathmandu ASB-Mitarbeiter und Vertreter von Partnerorganisationen.

Ein knappes Jahr nach den beiden schweren Erdbeben in Nepal im April und Mai 2015 läuft der Wiederaufbau langsam an. Wohnhäuser, Geschäfte und Straßen werden ausgebessert oder neu gebaut und nach vielen Monaten wieder genutzt. Nur wenige beachten hierbei allerdings die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung, kaum eines der neuen Bauwerke ist barrierefrei. Auch wenn es darum geht, sich auf künftige Katastrophen vorzubereiten und das Verhalten während einer Notsituation einzuüben, sind Menschen mit Behinderung häufig ausgeschlossen. Der ASB will Katastrophenvorsorge für alle Menschen ermöglichen. Experten dafür sind die Mitarbeiter des ASB-Länderbüros Indonesien und Philippinen. Während eines Trainings in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu am 30. und 31. März teilten sie ihre Erfahrungen mit Kollegen aus den ASB-Büros in Nepal, Georgien und Lateinamerika. An den Folgetagen wurden auch die nepalesischen Partner – sowohl Organisationen mit Arbeitsschwerpunkt Katastrophenvorsorge als auch Behindertenorganisationen – mit dem Thema vertraut gemacht.

Informationen müssen für alle zugänglich und umsetzbar sein

Durch die Trainings verstehen die Teilnehmer besser, welchen Risiken und Problemen die Betroffenen ausgesetzt sind. Sie lernten auch, wie sie Menschen mit und ohne Behinderung konkret auf Katastrophen vorbereiten können. Zwei Kernfragen müssen dabei beachtet werden: Hat jeder Mensch ungehinderten Zugang zu relevanten Informationen? Und hat jeder die Möglichkeit, diese Informationen praktisch umzusetzen?

Gestärkt durch den Workshop waren die Teilnehmer zuversichtlich, Menschen mit Behinderungen besser in die allgemeine Katastrophenvorsorge einbinden zu können. Teilnehmer mit Behinderung lobten: „Wir waren schon vorher zu Trainings von internationalen Organisationen eingeladen. Aber das ist das erste Mal, dass wir bei Trainings mitmachen konnten, an denen auch Menschen ohne Behinderung teilnehmen. Das ist neu und es ist sehr wichtig für uns".

Zusammenarbeit zwischen Behindertenorganisationen und Katastrophenvorsorge

Ein weiteres wichtiges Ergebnis des Workshops: Es vernetzten sich Selbsthilfeorganisationen von Menschen mit Behinderung mit „klassischen" in der Katastrophenvorsorge tätigen Nichtregierungsorganisationen. Durch die neuen Kontakte können langfristige Partnerschaften entstehen.