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11.04.2016

Wie Gasflaschen Leben verändern können

Hilfe für Flüchtlinge in Niger
Der ASB hilft in Niger durch die Spende von Gasflaschen

Fatima nutzt die Gasflasche, um Essen für ihre Familie zu kochen. So hilft das ASB-Projekt nicht nur, der Ausbreitung der Wüste vorzubeugen, sondern trägt direkt zum Überleben der Menschen im Niger bei - Foto - ASB Niger

Im Niger breitet sich die Wüste immer weiter aus - eine Herausforderung auch für die Flüchtlinge, die aus Mali kommen. Um die Geflüchteten und die einheimischen Familien im Grenzgebiet zu unterstützen und die Desertifikation einzudämmen verteilt der ASB Gasflaschen.

Nachdem bereits die beiden Flüchtlingslager Abala und Tabareybarey mit modernen Gasflaschen ausgestattet wurden, ist jetzt auch die abgelegene Region an der Grenze zwischen Niger und Mali endlich an der Reihe: Der ASB verteilt dort an die Familien, die vor der Gewalt in Mali fliehen mussten, sowie an die einhemischen Familien in der sehr schwer zugängigen Region Gasflaschen. Gemeinsam mit dem nigrischen Unternehmen SONIHY können nun 20.000 Menschen mit Gas kochen. Da der ASB sehr haltbare Flaschen liefert, die nach Verbrauch des Inhalts problemlos nachgefüllt werden können, ist die Verteilung keine einmalige Aktion, sondern hilft den Menschen in der Region nachhaltig.

Doch warum ist diese Aktion für die Menschen in Niger so wichtig?

Fatima, eine Flüchtlingsfrau und Mutter in Intikane, musste bisher jedes Mal fast eine dreiviertel Stunde lang laufen, wenn sie Feuerholz besorgen wollte. Der Weg war nicht nur weit, sondern besonders für Frauen und Kinder auch gefährlich. Mit der Gasflasche kann sie nun nicht nur die langen Fußmärsche vermeiden, sondern spart auch zeit beim Kochen - Zeit, die sie für ihre Familie einsetzen kann. "Wenn mein Mann auf die Idee kommen sollte, mir die Gasflasche wegzunehmen, um sie zu verkaufen, dann lasse ich mich scheiden", sagt Fatima. Und macht damit klar, wie wertvoll die kleine Gabe für sie ist.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) weist bereits seit dem Jahr 2013 darauf hin, dass es gerade im Niger wichtig ist, den Menschen den Umgang mit Gas anstelle von Holz näherzubringen. Holz ist selten und eine sehr teure Energiequelle. Im Durchschnitt müssen die Menschen für die Nutzung von Holz drei bis vier Mal so viel bezahlen wie für Gas. Hinzu kommt, dass die Ausbreitung der Wüste im Niger unter anderem auf die Rodung von Bäumen und Wäldern zurückzuführen ist.

Ausweitung der Maßnahmen in Vorbereitung

Nach den guten Erfolgen der Verteilung und der hohen Nutzungsrate der Gasflaschen sowohl durch die Flüchtlinge als auch durch die einheimischen Familien plant der ASB, die Verteilung der Geräte auf das Flüchtlingslager Sayam Forage und die Nachbarn in der Region Diffa sowie auf ein Lager für Binnenflüchtlinge in Kabelawa auszuweiten. Dann können weitere 140.000 Menschen von der einfachen aber wirksamen HIlfe profitieren.