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16.03.2016

Evakuierungsübungen zahlen sich aus

Katastrophenvorsorge in Indonesien
Ein Helfer hilft einem gehbehinderten Mann, sich vor einem Erdbeben in Sicherheit zu bringen.

Regelmäßig führt der ASB in seinen Projekten in Indonesien Evakuierungsübungen durch - hier auf den abgelegenen Mentawai-Inseln - Foto - ASB Indonesien

Als Anfang März 2016 die Erde in Indonesien bebte, zeigte sich, dass die Katastrophenschutzübungen des ASB sich auszahlen: Alle Evakuierungen verliefen reibungslos.

Am 2. März 2016 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Richterskala weite Teile von Indonesien. Auch eine Tsunamiwarnung wurde von den Behörden herausgegeben. Das Beben erschütterte auch die abgelegenen Mentawai-Inseln stark. Zum Glück gab es keine Toten oder Verletzten.

Das ist auch darauf zurückzuführen, dass die Menschen in den betroffenen Regionen heute sehr gut darüber Bescheid wissen, wie sie sich im Notfall richtig verhalten und sich selbst und andere schützen können. So berichteten zum Beispiel die Bewohner von Simalegi, Taileleu und Sagulubbeg - Gemeinden auf Mentawai - dass die Menschen in den Dörfern bei den ersten Anzeichen des Erdbebens geordnet ihre Häuser und Hütten verließen und zu den vom ASB gebauten sicheren Evakuierungsplätzen begaben. Diese Plätze sind mit stabilen Hütten, Funkgeräten und Erste-Hilfe-Materialien sowie mit Notfall-Ausrüstung zum Bergen verletzer Personen ausgestattet. Zudem liegen sie erhöht und bieten auch bei einem möglichen Tsunami Schutz und Sicherheit.

Die Bewohner der Gemeinden waren sehr erfreut zu sehen, dass die Übungen, die sie gemeinsam mit dem ASB durchgeführt haben, so gute Wirkung zeigen und dass alle Betroffenen wussten, was bei dem Erdbeben zu tun war. Ganz besonders zahlte sich aus, dass bei den Katastrophenschutzübungen im Mittelpunkt stand, wie man Gemeindemitglieder mit Behinderung, ältere Mitbürger, Schwangere und Kinder bei der Evakuierung unterstützen kann. Die vom ASB gebildeten und geschulten Katastrophenschutz-Teams sorgten zusätzlichd afür, dass genügend Trinkwasser und Lebensmittel sowie Verbandsmaterial und andere lebensnotiwendige Materialien mit zu den Evakuierungsplätzen genommen wurde. Das war auch nötig, denn aufgrund der zahlreichen starken Nachbeben harrten die Gemeindemitglieder insgesamt zwei Tage lang an den sicheren Plätzen aus.

"Unsere Kollegen haben berichtet, dass die Katastrophenschutz-Teams nicht nur bei der Koordinierung der Evakuierung und der materiellen Versorgung sehr gute Arbeit geleistet haben", berichtet ASB-Projektkoordinator Martin Kunstmann. "Sie konnten auch verhindern, dass Panik ausbrach und beruhigten Menschen, die in großer Sorge waren. So trugen sie maßgeblich dazu bei, dass niemand zu Schaden kam." Da zu den regelmäßigen Schulungen der Katastrophenschützer auch der Umgang mit der Funkstation gehört, konnten die Helfer ihre Mitbürger schnell mit gesicherten Informationen versorgen und zum Beispiel die Aufhebung der Tsunamiwarnung schnell weitergeben.

Ganz besonders freut Kunstmann sich über die Rückmeldung von Elyas Sirinyarag, einem Mitglied des Katastrophenvorsorgeteams in Simalegi. Er meldete nach dem Erdbeben: "Dass die Evakulierung so gut geklappt hat, hat mir nochmals deutlich vor Augen geführt, wie überlebenswichtig Katastrophenvorsroge-Maßnahmen für jeden Einzelnen von uns sind. Daher werde ich mich in Zukunft noch stärker dafür einsetzen, dass wir die Übungen regelmäßig durchführen und immer alle auf dem aktuellen Kenntnisstand sind."