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03.03.2016

Generalistische Pflegeausbildung als Chance

Pflegeberufegesetz
Gespräch zur Zusammenfassung der Berufszweige Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege

Sprachen in Berlin über das Gesetzesvorhaben zur Pflegeausbildung: Staatssekretär und Pflegebeauftragter Karl-Josef Laumann (links) und ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch - Foto - ASB/G. Schattschneider

Zum Gespräch über die geplante generalistische Pflegeausbildung traf Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch am 25. Februar 2016 in Berlin den Staatssekretär im Gesundheitsministerium und Pflegebeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann.

Zukünftig sollen die drei Berufszweige Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege in einer gemeinsamen Berufsausbildung zusammengefasst werden. Grundsätzlich begrüßt der ASB diese Initiative, da sie die Attraktivität und Qualität der Pflegeausbildung erhöhen wird. Gegenüber dem Pflegebeauftragten nannte Bauch aber auch Kritikpunkte des ASB an dem laufenden Gesetzesvorhaben.

Der ASB bemängelt unter anderem die Ungleichbehandlung bei der Finanzierung der Ausbildungskosten zwischen dem Altenpflege- und dem Krankenhausbereich. Während diese für Krankenpfleger auf alle Versicherten umgelegt werden, finanziert sich die Altenpflegeausbildung hauptsächlich über die Pflegebedürftigen. Zwar wurde der Direktanteil der Sozialen Pflegeversicherung auf 100 Mio. Euro verdoppelt und kann durch Verordnung dynamisiert werden, der ASB hält aber eine vollständige Finanzierung über die Pflegeversicherung für wünschenswert. Im Gespräch wurde dies abgelehnt, da es mit den derzeitigen, und im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze bereits angehobenen Beitragssätzen nicht finanzierbar sei.

Uneinigkeit bestand auch bei der Diskussion über die unterschiedliche Gehaltssituation in der Alten- und Krankenpflege. „Der Verweis auf die Arbeitgeber bzw. die Tarifvertragsparteien greift zu kurz und kann nach Inkrafttreten des Pflegeberufsgesetzes zu einer Verschlechterung des Fachkräftemangels in der Altenpflege führen" kritisierte Bauch die Position des Gesundheitsministeriums. .

Ein weiterer wesentlicher Diskussionspunkt waren die möglichen Inhalte der bislang nicht bekannten Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Noch im März sollen laut Staatssekretär Laumann die Eckpunkte dieser Verordnung sowie die Stundentafeln der praktischen Ausbildung vorliegen.

ASB bringt Expertise in politische Diskussion ein

Seine Kritikpunkte hatte der ASB bereits im Dezember 2015 in einer Stellungnahme geäußert und dann in einem Brief an Karl-Josef Laumann bekräftigt. In dem konstruktiven Gespräch reagierte der CDU-Politiker nun auf die Kritik. In einer neuen Kampagne „Generalistik Jetzt", wirbt Laumann für die Reform der Pflegeausbildung, um junge Menschen für Pflegeberufe zu gewinnen und den Fachkräftemangel in der Branche zu bremsen.

Zu dem Thema ist der ASB mit Vertretern aller Parteien im Gespräch und wendet sich ebenso wie der Paritätische Gesamtverband gegen eine Aussetzung des Gesetzgebungsverfahrens. So erörterte die Leiterin der ASB-Hauptstadtrepräsentanz, Gudrun Schattschneider, bereits im Januar mit den zuständigen Abgeordneten von SPD, Grünen und Linken die Vor- und Nachteile des geplanten Gesetzes. Der Entwurf wird am 18. März in Erster Lesung im Bundestag beraten.