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26.10.2015

Erdbeben in Nepal: sechs Monate danach

Die Übergangshäuser sind schnell und einfach zu bauen, halten der Witterung stand und können später zum Bau von festen Häusern benutzt werden - Foto - Laxmi prasad ngakhusi

Vor sechs Monaten erschütterten zwei schwere Erdbeben Nepal. Nach der akuten Nothilfe konzentriert sich das ASB-Engagement auf den Wiederaufbau.

Am 25. April erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Richterskala Nepal. Nur 17 Tage später bebte die Erde erneut hefig. Fast 9.000 Menschen starben, mehr als ein halbe Million Häuser wurden zerstört.  Bereits am 26. April entsandte der ASB zwei Nothilfekoordinatoren in die betroffene Region. Nach einer ersten Einschätzung der Nothilfeexperten entschied sich der ASB, seine Hilfe zunächst auf die entlegeneren Bergregionen im besonders betroffenen Distrikt Sindhupalchok zu konzentrieren. Die Helfer verteilten Nahrung, Decken, Planen und Matratzenan hunderte Familien. Teilweise waren diese bis zu sechs Stunden unterwegs, um die Hilfsgüter abzuholen. Darüber hinaus überreichte der ASB Ende Mai ein Emergency Health Kit an eine Gesundheitsstation in Langhuso. Damit konnten 10.000 Menschen drei Monate lang basismedizinisch versorgt werden.

Nach der akuten Nothilfe konzentrierte sich das ASB-Engagement auf Projekte zum Wiederaufbau.

Häuser für Bungamati

Mitte Oktober wurden die letzten Übergangshäuser in Bungamati fertiggestellt. In dem Ort unweit der Hauptstadt Kathmandu waren mehr als die Hälfte der Häuser völlig zerstört. Gemeinsam mit Danish People's Aid (DPA) und durch Unterstützung von Aktion Deutschland Hilft baute der ASB in Bungamati 300 Übergangshäuser.  Die einfachen, aber stabilen Häuser bieten Familien, die ihr Zuhause verloren haben eine erste sichere Unterkunft. Die Trägerkonstruktion und der Aufbau wurden von lokalen Arbeitern übernommen. 75 Frauen und Männer, darunter Tischler und Maurer, fanden so Arbeit. So wie Ram, der die Wände für die neuen Häuser vorbereitet hat: „Wir wurden ausgebildet, diese Häuser zu bauen. Frauen und Männer aus unserem Dorf haben hier eine Arbeit gefunden!"

Eines der Häuser bewohnt Champa. Sie ist stolz auf ihr neues Heim und ihren Garten. Das Übergangshaus hat sie und ihre Familie vor Kälte, Stürmen und den starken Regenfällen des Monsuns gerettet. Vor dem nahenden Winter hat Champa keine Angst mehr. Wie es ohne Hilfe weitergegangen wäre, darüber will sie nicht nachdenken: „Wo hätten wir das Geld für ein neues Haus hernehmen sollen? Wir standen auf der Straße, nur mit den Dingen, die wir gerade so tragen konnten. Vielen Dank für die Hilfe!" Viele der Häuser wurden inzwischen individualisiert. Bewohner haben angebaut, Badezimmer eingebaut oder kleine Gärten angelegt.

Die Häuser sind für drei bis fünf Jahre ausgerichtet. Sie sind erdbebenresistent, können von den Bewohnern selbst repariert und in einigen Jahren dazu genutzt werden, dauerhafte Häuser zu errichten. Dabei gilt die inzwischen gelernte Erkenntnis: built back better and safer.

Das Engagement geht weiter

Gemeinsam mit seinem lokalen Partner READ Nepal setzt der ASB ab November Maßnahmen der inklusiven gemeindebasierten Katastrophenvorsorge um. So wird in Bimehswar, der Hauptstadt des Distrikts Dolakha, die „Gauri Shankar Gemeindebibliothek" barrierefrei und erdbebenresistent wiederaufgebaut, ausgestattet und zu einem Kompetenzzentrum der gemeindebasierten inklusiven Katastrophenvorsorge ausgebaut. Ausgehend von der Bibliothek sollen Maßnahmen zur Stärkung der lokalen Katastrophenvorsorgekapazitäten in der Gemeinde umgesetzt werden. Darüber hinaus werden von der Bibliothek vielfältige weitere Schulungsmaßnahmen beispielsweise in den Bereichen berufliche Weiterbildung sowie Frauenrechte angeboten.