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17.06.2015

ASB fordert umfassende Verbesserungen für Schwerkranke

Alte und schwerkranke Menschen benötigen eine menschliche und fachlich kompetente Begleitung und Pflege - Foto - ASB/B.Bechtloff

Der Bundestag berät heute über den Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zur Verbesserung der Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen.Der ASB begrüßt grundsätzlich die Vorschläge des Ministers, allerdings fehlen nach Meinung des ASB grundlegende Voraussetzungen, um die Situation für die Kranken spürbar und flächendeckend zu erleichtern.

Der Entwurf sieht Verbesserungen für stationäre Hospize, aber auch für die Begleitung Sterbender zu Hause, in Pflegeheimen oder Krankenhäusern vor. Ein wichtiger Aspekt der palliativen Versorgung ist nach Auffassung des ASB die umfassende Beratung der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu den Angeboten und Leistungen an ihrem Wohnort. Nur so können die erweiterten Möglichkeiten auch hinreichend bekannt werden.

ASB-Präsident Franz Müntefering, der sich intensiv an der öffentlichen Debatte um Palliativversorgung und Sterbehilfe beteiligt, ist davon überzeugt, dass Aufklärung dazu beiträgt, die Angst vieler Menschen vor dem Sterben zu mindern: „Die Betroffenen und ihre Angehörigen müssen gut über die hospizlich-palliative Begleitung informiert sein. Das hilft ihnen, die Möglichkeiten der Schmerzlinderung und der Versorgung am Lebensende realistisch einzuschätzen und zu nutzen."

Insbesondere die Einrichtungen der Altenpflege dürfen dabei nicht vergessen werden. „Für eine flächendeckend sichere Pflegequalität ist die spezielle Ausbildung – sowohl für medizinisches als auch für pflegerisches Personal – von großer Bedeutung", sagt Gabriele Osing, Leiterin der Abteilung Soziale Dienste beim ASB-Bundesverband. Pflegeheime können eine hospizlich-palliative Betreuung nur gewährleisten, wenn Palliativärzte und -pflegepersonal zur Verfügung stehen.

Der ASB fordert darum eine obligatorische palliativ-medizinische und -pflegerische Ausbildung aller beteiligten Berufsgruppen, niedrigschwellige Beratungsangebote und eine entsprechende Finanzierung dieser Maßnahmen. „Der ASB sieht es als unerlässlich an", so Gabriele Osing, „dass in jeder Pflegeeinrichtung Fachkräfte freigestellt werden, um Bewohner und deren Angehörige zu beraten, Hospizhelfer auszubilden, Weiterbildungsangebote zu initiieren und die palliative Versorgung zu organisieren und zu leisten."

Der ASB spricht sich eindeutig gegen die organisierte und gewerbsmäßige Sterbehilfe aus und tut alles, damit die palliative Versorgung in seinen ambulanten Diensten und in Pflegeheimen in einer hohen Qualität gewährleistet ist. So beteiligt sich der Verband bereits in vielen Orten an der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Zu diesen koordinierten Netzwerken gehören jeweils Ärzte, Pflegedienste und Hospizdienste.