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24.04.2015

Ukraine: Gemeinsam effektiv Hilfe leisten

Die in der Ukraine tätigen Hilfsorganisationen berieten, wie den Flüchtlingen künftig noch besser geholfen werden kann - Foto -ASB/Esther Finis

„Wir steuern gerade auf eine humanitäre Katastrophe zu. Und das mitten in Europa", sagte Michael Schnatz, ASB-Projektkoordinator Ukraine, gestern in Köln. „Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, um dies zu verhindern." Der ASB hatte Vertreter deutscher Hilfsorganisationen, die in der Ukraine tätig sind, zu einem „Runden Tisch" eingeladen. Dort tauschten sie sich über die aktuellen Hilfeleistungen und Erfahrungen, aber auch über Probleme und Herausforderungen aus.

Die Vertreter von ASB, Child Fund Deutschland, Malteser International, der Stiftung EVZ, des THW, von ADRA und Aktion Deutschland Hilft berieten, wie die humanitäre Hilfe in der Ukraine in Zukunft noch effektiver werden kann. Dazu bündelten sie ihr Wissen, gaben Expertisen weiter, berichteten von Erfolgen und Schwierigkeiten. „Wichtig ist, stetig im Austausch zu bleiben, nur so können wir die Zusammenarbeit intensivieren", erklärte Edith Wallmeier, Leiterin der Auslandshilfe im ASB. „Dazu müssen wir auch vor Ort den Austausch unserer lokalen Partner untereinander fördern."

Großer Einsatz von Freiwilligen

Thematisiert wurde ebenfalls die mögliche weitere Entwicklung in der Ukraine und deren Auswirkungen auf Hilfeleistungen. „Das Besondere an der Ukraine ist das hohe freiwillige Engagement der Bevölkerung. Die ersten Flüchtlingswellen und die damit verbundenen Hilfseinsätze haben die Ehrenamtlichen fast allein bewältigt. Aber durch die Dauer der Krise und durch die hohe Anzahl an Flüchtlingen, kommen sie jetzt an ihre Grenzen", sagte Wallmeier weiter. „Sie brauchen unsere Unterstützung, denn die Flüchtlinge, aber auch alle anderen Beteiligten sind angewiesen auf eine starke Zivilgesellschaft."

Rund 1,2 Millionen Menschen befinden sich laut Auskunft der Vereinten Nationen derzeit in der Ukraine auf der Flucht. Die Binnenflüchtlinge kommen vor allem aus der Ostukraine sowie von der Krim. Der ASB ist bereits seit den Auseinandersetzungen auf dem Maidan im Frühjahr 2014 für die Menschen in der Ukraine im Einsatz. Seit November 2014 leistet der ASB mit finanzieller Unterstützung durch das Auswärtige Amt Nothilfe für die Vertriebenen.  Die Projektarbeit konzentriert sich bis 2016 auf die Versorgung der Flüchtlinge mit Lebensmitteln, die basismedizinische Versorgung und die psychosoziale Betreuung. Außerdem werden 200 Flüchtlinge in den Bereichen Gesundheit, Pflege und allgemeine Soziale Dienste ausgebildet. Die Hilfsmaßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Samariterbund (SSU) umgesetzt. Im Fokus stehen insbesondere Frauen, Kinder, Senioren und Menschen mit Behinderung.

 

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