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15.04.2015

Ukrainische Zwangsarbeiter besuchen München

Teilnehmer der ASJ im Interview mit einer ehemaligen Zwangsarbeiterin - Foto - ASB München

Aufarbeitung der NS-Zwangsarbeit

Der Schwerpunkt des Engagements des Arbeiter Samariter Bunds in Mittel- und Osteuropa liegt sicherlich in der Ukraine. Seit 1994 bemüht sich der ASB dort in unterschiedlichen Projekten darum, das Wohl der Menschen zu verbessern, z.B. mit breit angelegten Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge, der Unterstützung eines Waisenhauses sowie mit Hilfen für die Opfer des Nationalsozialismus.

Während des Zweiten Weltkriegs mussten einige ukrainische Bürger bei ihrer Zwangsarbeit in bayerischen Städten großes Leid erfahren. Aus diesem Grund sind Ende 2013 bereits sieben Jugendliche der Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ) und des Medien-Zentrums München (MZM) nach Kiew gereist, um dort eine Filmdokumentation zu den ehemaligen Zwangsarbeitern aus der Ukraine zu drehen. Mit dem Film haben die Teilnehmer das Thema: `Ukrainische Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs in München´ in den Blickpunkt vieler Jugendlicher gerückt.

Zur Fortführung des Projektes hat der ASB München in Kooperation mit der bayerischen Landeshauptstadt Ende April 2015 13 Angehörige ehemaliger Zwangsarbeiter aus der Ukraine nach München eingeladen.

Auch von diesem Besuch werden die Jugendlichen der ASJ und des MZM eine Filmdokumentation erstellen. Die jungen Teilnehmer werden sich in dem ergänzenden Film erneut mit dem Thema Zwangsarbeit in München auseinandersetzen.

Die ukrainischen Besucher, die in Kürze empfangen werden, haben die Möglichkeit, die Orte ihrer leidvollen Erfahrung zu besuchen und sehenswerte Orte in Bayern kennenzulernen.

So werden die Gäste am 28. April von der Stadt München im Ratskeller begrüßt. Anschließend werden sie das ehemalige Zwangsarbeiterlager in München-Neuaubing aufsuchen.

Am darauf folgenden Tag werden die ukrainischen Besucher von der Stadt Nürnberg empfangen. Dort steht u.a. eine Besichtigung des Schauplatzes der Nürnberger Prozesse an. Außerdem soll das Zwangsarbeiter-Mahnmal am Plärrer aufgesucht und das ehemalige Reichsparteitagsgelände besichtigt werden.

Bei der Stadtrundfahrt am 30. April werden die Ukrainer Münchens Sehenswürdigkeiten besuchen und die bayerische Gemütlichkeit kennenlernen.

Am 1. Mai besuchen die Gäste das Konzentrationslager in Dachau und haben anschließend Gelegenheit, das Schloss Lustheim in Oberschleißheim oder die Flugwerft Schleißheim zu genießen.

Am nächsten Tag steht ein Besuch im Dokumentationszentrum Obersalzberg in Berchtesgaden auf dem Programm, sowie eine Schifffahrt auf dem Königssee nach St. Bartholomä.

Am letzten Tag können die Ukrainer zum Abschluss noch im Tierpark Hellabrunn Tiere aus der ganzen Welt bewundern.

Der ASB hofft, während der Woche eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die bereits entstandenen Beziehungen vertiefen lassen.