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07.04.2015

ASB-Ärzte schaffen Zeit für Patienten im Nordirak

Zu den häufigsten Erkrankungen gehören unter anderem Atemwegsinfektionen.

Vier Mitarbeiter aus dem FAST-Team (First Assistance Samaritan Team) des ASB unterstützten in den vergangenen vier Wochen die Gesundheitsstation im nordirakischen Flüchtlingscamp Berseve.

Der Einsatz der Helfer erfolgte im Rahmen eines ASB-Projektes zur Unterstützung der Flüchtlinge im Nordirak. Die lokalen Gesundheitsbehörden (DoH) hatten den ASB zuvor um Unterstützung für die Strukturierung der Abläufe in den Gesundheitsstationen gebeten.

Die erfahrenen Einsatzkräfte aus Köln, Berlin, Dortmund und Würzburg sind selbst Ärzte oder Rettungsassistenten „Wir haben in den vergangenen vier Wochen die Behandlungsqualität verbessert. Statt wie bisher 300 Patienten, werden jetzt nur noch 150 pro Tag behandelt", erklärt Ferdinand Hofer nach seiner Rückkehr. „So haben die Ärzte Zeit, sich wirklich um ihre Patienten zu kümmern, sie gewissenhaft zu untersuchen, zu diagnostizieren und zu behandeln."

Behandlungsrichtlinien und Hygienepläne

Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Hautinfektionen sowie Atem- und Harnwegsinfektionen. Deren Behandlung wurde an die lokalen Gegebenheiten angepasst, um daraus Behandlungsrichtlinien zu erstellen und auch Medikamente und medizinisches Equipment an diese Richtlinien anzupassen. Außerdem erstellten die 

„Wir haben viel mit den Menschen hier gesprochen. Einige haben uns von ihren traumatischen Erfahrungen berichtet", erzählt Ferdinand Hofer. „Es gab Patienten, die in Gefangenschaft des IS waren oder Angehörige haben, die noch gefangen sind. Von den Rückkehrern hört man grausame Geschichten. Das Leid und die Angst sind einfach allgegenwärtig." Um zukünftig auch diesen Menschen bestmöglich zu helfen, plant der ASB den Aufbau eines Zentrums zur psychosozialen Betreuung von Traumatisierten.

Der Vormarsch der IS-Truppen hat seit Januar 2014 im Irak und Syrien große Wellen von Flüchtlingsströmen ausgelöst.  Die meisten Menschen konnten nur mit dem fliehen, was sie am Leibe trugen. Hinzu kommt, dass die meisten Familien, 

In der Region Dohuk kommen auf 1,4 Millionen Einwohner etwa 800.000 Flüchtlinge. Die UN und die vor Ort tätigen Nichtregierungsorganisation schätzen aber, dass diese Zahl mit dem Beginn der Offensive auf Mossul steigen wird.